Ich will Kühe.....!                 

...und im Juni endlich war es dann soweit:
nach aufregendem Flug war unser Ziel erreicht: Wyoming und eine Real-Working-Ranch , gelegen an einem See mit unheimlich viel Gegend  `drumherum! Viel Wald und weites Grasland, am Tage relativ warm und zum Abend hin regelmäßige Thunderstorms mit z.T. recht dicken Hagelkörnern - und diese Blitze! -atemberaubend. - Natürlich, in Amerika ist bekanntlich ja alles etwas größer!
Auf dem umliegenden Gebiet der Ranch wurde von uns mit dem Wrangler die tägliche Arbeit verrichtet, d.h Zäume kontrollieren, größere Gruppen von Rindern umtreiben, in die "Nachbarschaft" entlaufene "verirrte" Bullen kilometerweit durch schier undurchdringlichen, trockenen Kiefernwald mit teils atemberaubenden Steilhängen hinunter zu verfolgen und aus moorastigen Tümpeln oder Bachläufen zurückzutreiben oder noch nicht gebrannte Kälber mit ihren Müttern in den Corral treiben, um die Kälbern zu brennen und  zu kastrieren.
Eine wirklich anstrengende und aufregende Arbeit.                    
Und die Pferde? Na, sie waren wunderbar !
Nur das satteln habe ich dem Wrangler überlassen, 
der Sattel war mir einfach zu schwer!
Und dann endlich das erste richtige Abenteuer: mein erster großer Cattle drive!
3 1/2 Stunden Anreise ins Thunderbasin Grasland mit 6 Pferden,3 Cowboys und 3 Cityslickers im ortsüblichen Trailer .Dort wurden wir schon erwartet , gemeinsam mit den 4 andere Cowboys ritten wir los.
Diese grandiose Weite! Die Rinder waren zunächst kaum auszumachen .

 zunächst über eine hügelige ,recht unüberschaubare, mit kleinen Kakteen gepickte Steppe. 
Mein Wallach" BB" mochte keine Kakteen!
Die 10 Reiter verloren sich bald in der Weite aus den Augen- nur die Rinder, die hatten wir im Auge! Öfter mal ein Blick in die Ferne auf die umliegenden Hügel -befinden sich da irgendwo noch die anderen Cowboys? Ja, in der Ferne, ganz klein.... und Rinder. Ok wir waren also noch nicht verlorengegangen. 
Plötzlich waren wir 2 allein mit ca. 120 muhenden und blökenden Rindern ,welche sich nur schwer aus einem dieser vielen kleinen Tälern wieder herraustreiben lassen wollten, ständig fressend auf der Suche nach schmackhaften Gräsern entfernten sich immer wieder kleinere Gruppen. Bloß aufpassen und die Ausreißer zurück treiben! Mit einem leisen : "sch...tschtsch" ließen sie sich dirigieren.
Ein paar " Halbstarke" rannten einen Hügel hoch oder stürmten in die entgegengesetzte Richtung, alles war möglich und dann hieß es nur noch:" Zügel vor, eine Hand ans Horn ",und im weitem Bogen hinterher! 
Natürlich war auf BB Verlass! Wir preschten die Hänge hoch ,um sie dann im ruhigen Tempo zu den anderen zurück zu treiben. 
Wo waren eigentlich Monte und die anderen? Am Horizont tauchte ein Reiter auf, ersehnt Hilfe!
Gemeinsam trieben wir unsere "paar" Rinder zu den anderen, eine riesige Herde von etwa 850 Stück war inzwischen zusammengetrieben worden. 
Die Landschaft wechselte, es ging durch tiefe, teils moorige Flüsse, vorbei an uralten Baumbeständen mit brüchigem Astwerk, die Rinder fanden diese besonders spannend, genauso, wie diese verflickten schlammigen Wasserlöcher, welche sie magisch anzogen! 
Natürlich hatten Rinder, Pferde und Mensche zwischenzeitlich auch
mal Durst.

 

Nach ca.7 Stunden Viehtrieb erreichten wir das Gatter, bestehend aus 3 Reihen Stacheldraht, wo die Rinder durchgetrieben werden mussten. Hier blieben sie nun bis September/Oktober ,dem Ende der Weidesaison.
Noch gerade rechtzeitig zum verdienten Imbiss erreichten wir die Pick-ups mit den Trailern, bevor der tägliche Thunderstorms auf uns nieder ging. Die Pferde wurden abgesattelt und in die Natur entlassen. Gern hätte ich BB mit zurückgenommen, wir waren ein echtes Team! Auch die Trailer mussten zurück bleiben, denn auf der aufgeweichten Piste wäre das Gespann im Schlamm hoffnungslos steckengeblieben!
Es war ein aufregender Tag, an den ich mich immer wieder gern erinnern werde und wiederkommen werde ich auch.... denn ich will
Kühe!

 

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